Eine Empfehlung die ich gerne ausspreche. Den Umblätterer habe ich bereits rechts verlinkt. Auf seinem Blog steht viel Lesenswertes (unter anderem diese kleine Augenzwinkerei über Denis Schleck.).
Jetzt stellt er Lesenswertes vor. Das Projekt der 100 - Seiten Bücher hat seinen Anfang genommen. Eine Liste ist erstellt. Die Bücher, deren Versprechen es ist unter einhundert Seiten lang zu sein, werden nun abgearbeitet und vom Umblätterer rezensiert.
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Dienstag, 19. April 2011
Bitte umblättern
Ich bekenne - ...
So richtig vollwertiges Mitglied in den "sozialen Netzwerken" ist man ja nur mit entsprechendem Bekenntnis. Und das soll schon am Profilbild erkennbar sein. Ich bekenne, also bin ich. [GK]Gregor Keuschnig macht sich notwendige Gedanken über die Schnelllebigkeit des öffentlichen Bekenntnisses einerseits, der neuen Unfähigkeit zur diskursiven Auseinandersetzung andererseits.
Nie war es so einfach im wohligen Mief der gleichen Meinung unter sich zu bleiben – und sich dabei gut zu fühlen. Der Preis auf diesem Subprime-Markt der politischen Gesinnungsprostitution ist klein. Das Versprechen auf Anerkennung ist groß; das Risiko gering. Wenn man sich jetzt nicht engagiert, wann dann? [GK]Keuschnig sieht durch das digitale Bekenntis die Zwischentöne in Gefahr. Wo man Gruppen für oder gegen ein Sache per Mausklick zusammengeführt werden, da verblassen die Zwischentöne und damit die Meinungsbildung.Daraus schließt Keuschnig unter anderem:
Politisches und soziales Handeln bemisst sich immer mehr an Bekenntnissen. Das wirkt ein bisschen anarchistisch. Aber das täuscht. Die Gefahr eines totalitären Politikverständnisses ist viel größer. Etwa im Rekurs auf die Mehrheit oder auch nur einer Mehrheit, die sich als solche artikuliert. [GK]lyam kommentiert dazu:
...warum sollte man aus ihnen nicht auch für sich selbst einen Freiraum ableiten, sich nach Belieben mit einer Meinung in der eigenen (virtuellen) Teilöffentlichkeit zu inszenieren, auch wenn man sie argumentativ gar nicht herleiten kann?Vielleicht sind wir ja auch zu pessimistisch. Vielleicht ist das ja doch anders. Es stimmt natürlich, die Banner werden schneller gewechselt als die Wäsche. Gerade dieser Tage. Und der "gefällt mir"- Button ist schnell gedrückt. Das liest sich tatsächlich ein wenig nach Beliebigkeit und Oberfläche. Könnte es aber nicht auch anders sein? Könnte es nicht so sein, dass Bekenntnisse und Meinungsbildung trainiert werden? Vielleicht entsteht ja so, durch die einfache Übung des Fingerkrümmens "Klick" eine Erziehung zum Bekenntnis und also auch zur Verantwortung für die Zeiten, wenn es darauf ankommt.
Ich spreche jetzt mal im kultur-pessimistischen Duktus von mir selbst: Ich bin derart gesättigt und zufrieden, dass ich gefahrlos meine Meinung sagen und mich zu allem und jedem, oder eben dagegen, bekennen darf. Das liegt an unserem System, das gut funktioniert - zumindest für mich.
Die Welt ist weit weg. Sie nähert sich via Tagesschau, Zeitung, das Netz, AlJazeera, Begleitschreiben, Facebook. Während der ägyptisch/tunesischen Freiheitskämpfe habe ich beispielsweise vor den Medien mitgefiebert. Ich habe Zeit verbrannt um zu verstehen, was da vor sich geht und - so habe ich es später fabuliert - um zu bezeugen und erinnern, was ich gesehen und gelesen habe. Wozu, dachte ich, dient die Äußerung via Twitter und Facebook, Blogs, etc. aus den Regionen wo es brennt, wenn es auf der anderen Seite keine Empfänger gibt. (Ich gebe zu: Selbstüberhöhung - denn was nützt am Ende das Zuschauen wirklich) Genau betrachtet aber empfand ich Machtlosigkeit. Das gilt für alle anderen Krisenherde dieser Welt. Ich gehe heute mit etwas weniger Brennen an die Nachrichten aus Nordafrika heran. Ich lese etwas langsamer, auch weil man z.B. Libyen nicht so gut erfassen kann (mein Eindruck: jedenfalls verlangt die Dynamik und auch die Beteiligung eine fundiertere Auseinandersetzung). Auch Fukoshima ist mittlerweile eine strahlende Tatsache und damit weitaus komplexer geworden als ein schlichter Supergau (allerdings befinde ich mich in der glücklichen Situation keine Ethikkommission berufen zu müssen, um mir die Notwendigkeit einer energiepolitischen Wende zu erklären. - ist es eigentlich verfassungsmäßig abgesichert, dass eine Regierung sich Nachhilfe geben lässt auf kosten der Steuerzahler [ha, das wollte ich schon immer mal sagen: auf Kosten der Steuerzahler! - mit erhobenen Zeigefinger!] ).
Aber welche Möglichkeiten bieten sich mir, dem ewigen Zuschauer? Soll ich aus der Loge herabsteigen und die Welt retten? Soll ich mich in Masrata neben die Rebellen stellen, die Schnellfeuerwaffe im Anschlag? Auf nach Fukoshima, um die Japaner vor dem Schlimmsten zu bewahren? Nach China und Ai WeiWei's Freilassung fordern? Das alles ist [erscheint mir] wohl kaum möglich. Also signalisiere ich hier und da meine Solidarität, mein Bekenntnis zu einer Sache die ich unterstütze. Zu dem seelischen Ablass gesellt sich bestenfalls dann noch ein Betrag, der Hilfe spenden soll. Mir bleibt am Ende dennoch der fade Beigeschmack, dass dies nicht reicht. Aber neben dem Schicksal der Welt gilt es ja auch den Alltag zu bewältigen.
Was mir aber hilfreich und wertvoll erscheint, das ist das Ausbreiten des Diskurses. Dazu wiederum eignet sich das Netz und wir nehmen daran teil. Via Facebook über Blogs werden Nachrichten und Meinungen und Meinungsbildung betrieben. Das Bekenntnis mag ein Sprungbrett für die Vertiefung sein. Und erlaubt womöglich auch Menschen den Zugang zu Informationen und Diskursen, die sonst gar nicht den Weg dorthin gefunden hätten?
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Montag, 18. April 2011
Dicke Eier
Es ist bald Ostern. Für die einen Zeit den Frühling zu feiern oder eben die Auferstehung Christi. Wer dieser Wegmarke im Jahr seinen besonderen Stempel aufdrücken möchte, der kann ja etwas verschenken.
In diesem Jahr möchte ich meine Freunde, die das eh vorhatten und jene, die sich das diesmal vorgenommen haben, anregen genau das durch zu ziehen und dabei einen guten Freund von mir zu unterstützen. Mein Freund ist Buchhändler in Bönningstedt.

Die Buchhandlung hat er noch nicht lange, die Liebe zu den Büchern schon immer. Wir, mein Buchhändler und ich, sind uns einig, dass ein guter Buchhändler mit Empfehlungen daher kommen und diese so aussprechen muss, dass der Kunde wirklich spürt, dass er genau das Buch, welches der Händler liebevoll mit der Hand umschließt, jenes ist, welches nur auf den einen Käufer im Regal gewartet hat.
Er liest - und da geht er mit seiner Liebe zur Literatur wesentlich weiter als ich - gerne auch englische Originale. Er liest Lyrik und versteht auch davon etwas. Und auch da geht er so weit, mir aus lauter Liebe zum Klang zur Poesie, Gedichte im italienischen Original vorzutragen - obwohl der Sinn sich ihm nur in der Übersetzung erschließt.
spred the word
In diesem Jahr möchte ich meine Freunde, die das eh vorhatten und jene, die sich das diesmal vorgenommen haben, anregen genau das durch zu ziehen und dabei einen guten Freund von mir zu unterstützen. Mein Freund ist Buchhändler in Bönningstedt.

Die Buchhandlung hat er noch nicht lange, die Liebe zu den Büchern schon immer. Wir, mein Buchhändler und ich, sind uns einig, dass ein guter Buchhändler mit Empfehlungen daher kommen und diese so aussprechen muss, dass der Kunde wirklich spürt, dass er genau das Buch, welches der Händler liebevoll mit der Hand umschließt, jenes ist, welches nur auf den einen Käufer im Regal gewartet hat.
Er liest - und da geht er mit seiner Liebe zur Literatur wesentlich weiter als ich - gerne auch englische Originale. Er liest Lyrik und versteht auch davon etwas. Und auch da geht er so weit, mir aus lauter Liebe zum Klang zur Poesie, Gedichte im italienischen Original vorzutragen - obwohl der Sinn sich ihm nur in der Übersetzung erschließt.
Allegria di naufragi Ungaretti
Ich wünschte mir ihn in der Nähe zu haben, so ist das mit Freunden, aber er lebt unten im hohen Norden und ich hier tief im Süden, weitaus höher als er. So muss ich seine Expertise per Telefon und via Mail anfragen. Das ist nur unwesentlich komplizierter als bei Amazon. Es ist persönlicher. Gut, sein Internetauftritt ist bescheiden - er ist und bleibt ein analoges Arschloch. Aber immerhin findet man dort seine Telefonnummer, die Email-Adresse und die Anschrift.E subito riprende
il viaggio
come
dopo il naufragio
un superstite
lupo di mare
spred the word
Am liebsten wäre er Diktator des guten Geschmacks, aber er wird langsam weise.
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Freitag, 8. April 2011
Donnerstag, 7. April 2011
Moby-Dick
Das Netz kann unglaublich ablenkend wirken. Wir Netzidioten können ein Lied davon singen. Mich hat eine Welle erfasst (es muss gestern gewesen sein) und schließlich weit hinaus ins offene Meer getrieben hat, wo ich hart gegen den Schiffsrumpf eines Walfängers geschlagen bin und erst im nächsten Moment mein Glück begriff, dass ich einem der beachtenswerteren Webprojekte in den Schoß geschwemmt worden wardurch Zufall.
Eine echte Stöberseite ist Moby-Dick (TM), begonnen im August 2006 mit der Absicht die Lektüre des größten Wahlromans aller Zeiten zu begleiten. Drei Damen und ein Herr kommentieren da ihren Weg, so die Absichtserklärung von 2006. Wenn man dann aber den fliegenden Holländer entert, dann findet man einen unsäglichen Schatz verschiedenster Berichte und Interessen rund um das Thema Melville, Wale, Literatur, Schantigesänge, schöne Frauen. Im Header weist der Kapitän der Seite auf die Inhalte seines Beibootes auf Facebook hin, die sicherlich so auch für das Blog gelten kann:
Eine echte Stöberseite ist Moby-Dick (TM), begonnen im August 2006 mit der Absicht die Lektüre des größten Wahlromans aller Zeiten zu begleiten. Drei Damen und ein Herr kommentieren da ihren Weg, so die Absichtserklärung von 2006. Wenn man dann aber den fliegenden Holländer entert, dann findet man einen unsäglichen Schatz verschiedenster Berichte und Interessen rund um das Thema Melville, Wale, Literatur, Schantigesänge, schöne Frauen. Im Header weist der Kapitän der Seite auf die Inhalte seines Beibootes auf Facebook hin, die sicherlich so auch für das Blog gelten kann:
Facebook-Group Moby-Dick™: Science, philosophy, fine arts, fun, the meaning of life, and lovely ladies since 2006.Ab heute kann man über den Wortstamm rechter Hand darauf zugreifen. Außerdem habe ich die vom Kapitän empfohlene deutsche Übersetzung auf meine Lesen wollen Liste gesetzt.
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Du bist Mainstream
Es ist eigentlich ziemlich gleichgültig in welchem Zusammenhang du dich bewegst: Mainstream ist überall da wo Einzelne gegen den Strom schwimmen. Das kann auch in kleineren Zuläufen der Fall sein, in Seitenarmen und (vielleicht sogar am grausamsten) in stehenden Gewässern.
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Mittwoch, 6. April 2011
electric days
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Dienstag, 5. April 2011
Das Netz der Gläubigen
Mich berührt das Netz und seine Akteure zunehmend unangenehm, gleichwohl ich neuerdings wieder das Bloggen begonnen habe. Da stellt sich wohl die Frage, ob es überhaupt Sinn macht dies weiter zu betreiben, aber ich will das mal aushalten. Die Frage ist ja, mit welcher Agenda man in den Ring steigt. Mit den sich weit streuenden Agenden habe ich so meine Schwierigkeiten.
Ich gebe zu, dass ich manchmal, nicht selten, den einen oder anderen Blog lese der dezidiert konservativ ist. Was immer das heißt. Ich denke da an ein paar katholische Blogs, die sich zu einer Blogozese zusammengefunden haben und sehr frech das Medium Internet nutzen. Hier finde ich mitunter interessante Sichtweisen auf die Welt und den Glauben, erlebe aber auch eine Form der Abschottung, die es wohl nicht gebe, wenn man gemeinsam an einem Tisch, bei einem Gläschen Wein säße, anstatt sich über das Internet Standpunkte um die Ohren zu hauen. Außerdem ist es schädlich nur Dinge zu lesen, die einen in seinem eigenen Denken bestätigen. Das führt letztlich zu Größenwahn.
Ich lese auch, wenn ich besonderen Ärger in mir auslösen will das unsägliche Nachrichtenforum (aus Österreich) kath.net. Gerade das letztere ist wie eine fortdauernde Bestätigung meiner Haltung gegenüber der Kirche, bzw. ihrer Hirten und Lämmer, dabei weiß ich wohl, dass die Kirche und ihre Gemeinden weit aus mehr Personal bereit hält, als nur jene, die auf kath.net schreiben und kommentieren (weswegen ich dann auch in der Blogzese lese). Wundersames Beispiel für einen politisierten Hirten gibt der Bischof Andreas Laun mit seiner Kollumne "Klartext". Dies sind Wortmeldungen, die meist das Thema Sexualität, Sexualmoral, Sexualunterricht, Sexaufklärung und Sexirgendwas und HomoSex und EheSex und so weiter zum Thema haben. Dabei prangert er immer wieder die relativistische Gesellschaft und ihre Medien an, vergleicht den deutschen Staat mit totalitären Diktaturen, weil sie Eltern im Schulunterricht ihre (68er-) Sexualerziehung aufzwinge etc. pp. Es sei dieser Unterricht, der die Menschen vom Glauben abbringe, so Laun in seinem letzten Klartext. Da ich die Passage dazu nicht wirklich verstanden habe (immerhin hat Laun auch Philosophie studiert und ist Professor, weswegen so ein Klartext mich durchaus auch irritieren kann) zitiere ich sie hier in voller Länge. Viellicht kann jemand anderes etwas damit anfangen:
Was aber Laun auch betreibe, wenn es denn mehrere seiner Sorte in den kirchlichen Kreisen geben würde, ist ein Abschied auf Raten aus der deutschsprachigen Gesellschaft und ihrem politischen System.Seine Argumente zielen immer wieder auf den Staat, den er mit Diktaturen gleich setzt (wie schon beschrieben) und zudem Abtreibung mit Genozid vergleicht. (Sein gutes Recht, macht aber seine Aussagen nicht stringenter sondern unterwandert seine Anliegen letztlich, bleibt er doch nur noch mit jenen Claqueren im Gespräch die nicht erreichen bräuchte: Insofern stellt sich der Klartext bei genauerer Betrachtung als Druchhalterede dar, die ausschließlich nach Innen gerichtet ist; die so etwas wie den harten Kern bedient, Menschen, die sich längst von der Gesellschaft abgewandt haben und zu so einer Art Truppe der Gerechten geworden ist, die ähnlich den Zeugen Jehovas, Islamisten oder den Scientologen alles ablehnen (nicht kritisieren) was unser Staatssystem ausmacht. nochmal Laun: "Mit bestimmten Leuten zu streiten, ist wohl fruchtlos,...")
Ich gebe zu, dass ich manchmal, nicht selten, den einen oder anderen Blog lese der dezidiert konservativ ist. Was immer das heißt. Ich denke da an ein paar katholische Blogs, die sich zu einer Blogozese zusammengefunden haben und sehr frech das Medium Internet nutzen. Hier finde ich mitunter interessante Sichtweisen auf die Welt und den Glauben, erlebe aber auch eine Form der Abschottung, die es wohl nicht gebe, wenn man gemeinsam an einem Tisch, bei einem Gläschen Wein säße, anstatt sich über das Internet Standpunkte um die Ohren zu hauen. Außerdem ist es schädlich nur Dinge zu lesen, die einen in seinem eigenen Denken bestätigen. Das führt letztlich zu Größenwahn.
Ich lese auch, wenn ich besonderen Ärger in mir auslösen will das unsägliche Nachrichtenforum (aus Österreich) kath.net. Gerade das letztere ist wie eine fortdauernde Bestätigung meiner Haltung gegenüber der Kirche, bzw. ihrer Hirten und Lämmer, dabei weiß ich wohl, dass die Kirche und ihre Gemeinden weit aus mehr Personal bereit hält, als nur jene, die auf kath.net schreiben und kommentieren (weswegen ich dann auch in der Blogzese lese). Wundersames Beispiel für einen politisierten Hirten gibt der Bischof Andreas Laun mit seiner Kollumne "Klartext". Dies sind Wortmeldungen, die meist das Thema Sexualität, Sexualmoral, Sexualunterricht, Sexaufklärung und Sexirgendwas und HomoSex und EheSex und so weiter zum Thema haben. Dabei prangert er immer wieder die relativistische Gesellschaft und ihre Medien an, vergleicht den deutschen Staat mit totalitären Diktaturen, weil sie Eltern im Schulunterricht ihre (68er-) Sexualerziehung aufzwinge etc. pp. Es sei dieser Unterricht, der die Menschen vom Glauben abbringe, so Laun in seinem letzten Klartext. Da ich die Passage dazu nicht wirklich verstanden habe (immerhin hat Laun auch Philosophie studiert und ist Professor, weswegen so ein Klartext mich durchaus auch irritieren kann) zitiere ich sie hier in voller Länge. Viellicht kann jemand anderes etwas damit anfangen:
Aber die eigentliche Sexual-Erziehung gehört wesentlich zu den Rechten der Eltern und nicht in die Zuständigkeit des Staates. Vor allem aber: Der Staat begeht einen „sexuellen Missbrauch“ der eigenen Art, wenn er die Unmoral der sexuellen Revolution mit den Mitteln seines Gewaltmonopols den Kindern aufzudrängen sucht! Es ist zudem auch ein Eingriff in die Religionsfreiheit, weil Kinder, die diese „Erziehung“ durchlaufen, für die Botschaft des Evangeliums nur noch schwer zugänglich sind! Dass auch hier gilt, dass die Gnade Gottes stärker ist als die Mächte des Bösen, ist zwar wahr, aber keine Entschuldigung für Verführung oder Gewähren lassen der Verführung!Mit anderen Worten. Launs Glaube sieht in der Verführung die Ursache für den Unglauben in dieser Zeit. Verführung durch Bildung? Mag sein, dann ist der Glaube aber eine Schwache Kraft.
Es ist wirklich tragisch: Angesichts dieser skandalösen Manipulationen und der Verführung, die im Namen der „Sexualerziehung“ im Umlauf sind, regen sich nur wenig und nur schwacher Widerspruch und Widerstand!
Was aber Laun auch betreibe, wenn es denn mehrere seiner Sorte in den kirchlichen Kreisen geben würde, ist ein Abschied auf Raten aus der deutschsprachigen Gesellschaft und ihrem politischen System.Seine Argumente zielen immer wieder auf den Staat, den er mit Diktaturen gleich setzt (wie schon beschrieben) und zudem Abtreibung mit Genozid vergleicht. (Sein gutes Recht, macht aber seine Aussagen nicht stringenter sondern unterwandert seine Anliegen letztlich, bleibt er doch nur noch mit jenen Claqueren im Gespräch die nicht erreichen bräuchte: Insofern stellt sich der Klartext bei genauerer Betrachtung als Druchhalterede dar, die ausschließlich nach Innen gerichtet ist; die so etwas wie den harten Kern bedient, Menschen, die sich längst von der Gesellschaft abgewandt haben und zu so einer Art Truppe der Gerechten geworden ist, die ähnlich den Zeugen Jehovas, Islamisten oder den Scientologen alles ablehnen (nicht kritisieren) was unser Staatssystem ausmacht. nochmal Laun: "Mit bestimmten Leuten zu streiten, ist wohl fruchtlos,...")
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Dienstag, 29. März 2011
zehnseiten
Ich habe dieses Web-Schätzlein gefunden: zehnseiten
Darin wird konzentriert aus dem Werk der Autoren von ihnen selbst oder deren Übersetzer vorgelesen. Genau zehn Seiten. Ich habe mir vom gezähmten Wondratscheck aus seinem neuen Roman "Das Geschenk" vorlesen lassen. Die Seite ist was für Bibliophile. Sie vermittelt den Eindruck einen wertvollen Gegenstand in der Hand zu halten. Die Seite, schwarzer Grund, ist dreigeteilt. In der Mitte liest der Autor vor weißem Hintergrund, als wäre für ihn das Lesepult ausgeleuchtet, rechts davon Kann man zwischen der Liste der Autoren und ihrer Werke und der Information über das gerade geladene und vorgetragene Werk und dessen Autor umschalten, die dann links der Lesung erscheinen. Das ist alles ganz schön in Szene gesetzt. Ich habe zehnseiten am rechten Rand unter "Wortfamilie" verlinkt.
Darin wird konzentriert aus dem Werk der Autoren von ihnen selbst oder deren Übersetzer vorgelesen. Genau zehn Seiten. Ich habe mir vom gezähmten Wondratscheck aus seinem neuen Roman "Das Geschenk" vorlesen lassen. Die Seite ist was für Bibliophile. Sie vermittelt den Eindruck einen wertvollen Gegenstand in der Hand zu halten. Die Seite, schwarzer Grund, ist dreigeteilt. In der Mitte liest der Autor vor weißem Hintergrund, als wäre für ihn das Lesepult ausgeleuchtet, rechts davon Kann man zwischen der Liste der Autoren und ihrer Werke und der Information über das gerade geladene und vorgetragene Werk und dessen Autor umschalten, die dann links der Lesung erscheinen. Das ist alles ganz schön in Szene gesetzt. Ich habe zehnseiten am rechten Rand unter "Wortfamilie" verlinkt.
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Donnerstag, 17. März 2011
Cool
One Minute Puberty from bitteschön.tv on Vimeo.
Verdanke dieses Video Eugen Faust. Auch andere Fundstücke dort entdeckt. Zum Beispiel dieses Update.
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Bildung im Netz
Michael Blume, den ich hier nebenan in meine Blogrolle (Natur des Glaubens) hineingestellt habe, aus Gründen, die ich vielleicht auch irgendeinmal erläutern werde, hat über einem tollen Menschen mit einer tollen Idee berichtet. Darin erzählt er die Geschichte von Salman Kahn, bzw. die Entstehungsgeschichte einer Lernplattform - KahnAcademy, die dieser Mann gegründet hat und viele tausend Anhänger gefunden hat und manche spendable Unterstützer. Ich erlaube mir hier nur das Ende zu zitieren, auch um Michael im Anschluss an das Zitat eine Antwort auf eine Frage (als kleine Gegenleistung) zu geben, der ein Religionswissenschaftler nie nicht ausweichen darf. Zunächst Michaels Übersetzung aus dem englischen Original:
Aber lest selbst...
Wenn Sie daran glauben, das Beste aus einer begrenzten Zahl von Jahren zu machen, die wir auf diesem Planeten haben (ohne sie für andere schlechter zu machen), wenn Sie denken dass Stolz und Selbstgerechtigkeit der Grund für den meisten Konflikt und Negativität sind, wenn Sie sich vor der Größe und dem Geheimnis des Universums klein fühlen, dann habe ich die gleiche Religion wie Sie.I share this!
Aber lest selbst...
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Mittwoch, 16. März 2011
Wie gut sind Verschwörungstheorien?
Sie sind um so besser, als sie wahrscheinlich sind. Ich verweise hier auf eine kleine Recherchearbeit zu dem Fall Joseph Oehmen von Gregor Keuschnig vom Blog Begleitschreiben, den ich auch am Rande verlinkt habe. Er zeigt den Weg eines Aufsatzes auf, der mittlerweile fröhlich zitiert wird und sich durch das Netz hindurch frisst. Keuschnig schließt seinen Artikel wie folgt:
Auch im englischen Original gibt es mehrere Autoren. Hier ist zunächst ein gewisser Barry Brook der Verfasser. Es fehlen lediglich Oehmens Schlußfolgerungen. Auch Brook ist kein Unbekannter. Sein Aufsatz ist auch auf der Webseite "theenergycollectrive" verlinkt, die sich "powered from SIEMENS" gibt. ("The Energy Collective's mission enjoys the generous support of Siemens Corporation"). Dort schreibt Brook auch Artikel.Mich interessiert an dem kleinen Lehrstück zur Desinformation im Netz, wie leicht es doch ist sich im Netz das zu beschaffen, was man für die eigene Argumentation braucht. Selbst die selbsternannten Wächter des wachen Verstandes fallen also in die Recherchemaschen des Netzes. Offensichtlich ist in diesen Tagen niemand annähernd so gut wie er glaubt zu sein.
Die scheinbar so neutrale Darstellungsweise ist also gesponsert von der Energiewirtschaft. Zum Oehmen-Text wird das Pamphlet erst auf der Webseite "Nuclear Information Hub" des MIT. Den Hinweis auf eine Mitautorenschaft von Barry Brook unterbleibt dort. Bei EIKE ist es immerhin vermerkt. Bei der "Achse des Guten" fehlt sie wiederum.
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